Man könnte bei neuen Tesla Model Y von einem Facelift sprechen, doch obwohl die Grundform gleich bleibt, hat sich optisch enorm viel getan. Die Front des neuen Model Y ist klar vom Cybertruck inspiriert und wirkt spacig-aggressiv. Hinten gibt es neu ein cooles, indirektes Rücklicht samt Tesla-Schriftzug, vorne fehlt sogar ein Logo. 21-Zöller, Diffusor, rote Bremssättel, Abrisskante und die tiefe Strassenlage verraten die Performance-Version, die sich auch an der Front unterscheidet.

Tesla bleibt beim cleanen Konzept mit dem zentralen Touchscreen als Kommandozentrale. Physische Knöpfe gibt es fast keine, nur Warnblinker, Fensterheber und die Lenkrad-Drücker. Das Infotainment ist trotz nur kleiner Updates weiterhin Benchmark: Google-Maps-Navi, Routenführung inkl. Ladestopps, extreme Reaktionsgeschwindigkeit und starke Sprachsteuerung. Einzigartig bleibt der native Zugriff auf Apps wie Youtube, Disney+ und Netflix im Stand.

Stark verbesserte Qualität

Während frühere Model Y etwas trostlos wirkten, hat Tesla Qualität und Ambiente deutlich verbessert. Neu sind Ambientebeleuchtung, Alu-Zierleisten, Mikrofaser und saubere Nähte, das Auto wirkt hochwertig und solide. Auch die Sitze sind komplett neu: mehr Seitenhalt, Heizung, Lüftung und Oberschenkelauflage, deutlich bequemer als zuvor. Platz bleibt eine Paradedisziplin: vorne luftig, hinten fürstlich und ein riesiger Kofferraum mit Unterfach, grossen Seitenfächern sowie zusätzlichem Frunk.

Das neue Tesla Model Y Performance kann auch zahm: leise, komfortabel und effizient. Die Leistungsabgabe lässt sich in Lässig, Sport und Wahnsinn wählen, dazu kommt neu ein adaptives Fahrwerk mit den Modi Normal und Sport. In der Kombination aus Lässig und Normal fährt das SUV angenehm und alltagstauglich. Doch wer Performance bestellt, will mehr. Also: Wahnsinn und Sport.

Im scharfen Modus liefert das Model Y brachial ab. Die Beschleunigung ist explosiv, Durchzug und Kick gewaltig. Offiziell stehen 338 kW im Datenblatt, gefühlt deutlich mehr. Die Kraft bleibt bis in hohe, in der Schweiz legale Geschwindigkeiten konstant, erst unter etwa 15 bis 20 Prozent SoC nimmt sie ab. Neu ist vor allem die verbesserte Agilität: Das Model Y Performance geht überraschend präzise und effektiv ums Eck.

Grandioses Gesamtpaket

Die Lenkung ist direkt und spitz abgestimmt, die Bremse überzeugt mit stabilem Druckpunkt. Traktion ist reichlich vorhanden. Das ESP lässt sich in einen sportlichen Modus versetzen, ganz deaktivieren lässt es sich nicht. In dieser Einstellung erinnert das SUV fahrdynamisch fast an einen Hot Hatch. Trotz gut zwei Tonnen Leergewicht wirkt es kompakt und leichter, als es ist.

Nicht zu vergessen der Benefit des Supercharger-Netzes und die grandiose Ladeplanung des Autos. Ausserdem lädt das Auto auch unter widrigen Bedingungen mit sehr hohen Ladeleistungen. Last but not least ist das Auto sehr effizient. Im alles andere als sanft gefahrenen Test resultierten 23,0 kWh/100 km, aber ich habe auch Verbräuche von unter 20 kWh/100 km erzielt. Für diese Leistung im Winter ein vorbildlicher Wert. Das Gesamtpaket, das der elektrischen Eier legenden Wollmilchsau sehr nahe kommt, gibt es für 61’990 Franken. Wer schöne Felgen, schöne Farbe und erweiterten Autopilot will, zahlt knapp 70’000 Franken. Damit ist das Auto kein Preiskracher, aber immer noch sehr fair eingepreist. Unter dem Strich nach wie vor eines der besten E-SUVs im Segment!